Jedes Jahr gibt es am 25. Januar weltweit eine besondere Geburtstagsfeier und auf dem Speiseplan stehen dann „Haggis, Neeps and Tatties“. Robert Burns, der schottische Nationaldichter, wird mit diesem „Burns Supper“ oder auch der „Burns Night“ geehrt und da darf das schottische Nationalgericht, das angeblich seine Lieblingsspeise war, nicht fehlen.

Haggis aufgeschnitten

Was sind Haggis, Neeps und Tatties?

Neeps sind ganz einfach Steckrüben. Kleingeschnitten und weich gedünstet oder auch grob püriert werden sie gereicht. Mit Tatties sind Kartoffeln gemeint und auch sie kommen als Püree auf den Tisch – pardon – auf den Teller. Nicht ganz so einfach ist es mit dem Haggis, denn das ist eine ganz spezielle schottische Erfindung: Schafsinnereien wie Herz, Leber, Lunge und Magen werden durch den Wolf gedreht und mit Fett, Hafermehl, Zwiebeln, manchmal zusätzlich mit Rindfleisch und Haferflocken, immer aber mit einer gehörigen Portion Pfeffer, in einem Schafsmagen gegart. Klingt ein wenig…gewöhnungsbedürftig, ist aber genial und lecker.

Bei einem offiziellem Burns Supper gibt es um diesen Hauptgang herum noch eine Vorspeise wie beispielsweise eine Cock-a-Leekie Suppe oder einen Salat mit Lachs. Und zum Abschluss dann ein Dessert. Darf‘s vielleicht ein Trifle, ein Cranachan oder ein anderer Pudding sein oder doch lieber ein Stück Dundee-Kuchen? Und was auf keinen Fall fehlen darf ist natürlich Whisky. Vor dem Essen, zum Essen und danach.

Und dazwischen und im weiteren Verlauf des geselligen Abends gibt es Reden und Gedichte, wie es sich bei einer ordentlichen Burns Night nun mal gehört. Allen vorweg natürlich die berühmte Ode „Adress to a Haggis“ von Robert Burns, die während der Präsentation des Haggis‘ feierlich rezitiert wird (Ihr findet den Text in englischer Übersetzung – Original wäre in Scots – dazu unten angefügt).

Der Haggis

Kommt bei uns immer schon vorbereitet und tiefgekühlt per Paketpost an. Er wird aus Schottland importiert, die Bestelladressen von entsprechenden Shops und deutschen Importeuren findet ihr ganz leicht im Internet. Oder ihr schreibt uns eine Mail und wir geben euch unsere persönlichen Tipps weiter. Und: Ja, man kann ihn auch ganz und gar selbst herstellen, den Haggis. Aber so ambintioniert waren wir bisher noch nicht….

Der Haggis wird (von der Plastikfolie befreit…) in Alufolie eingeschlagen und kommt für 1,5 bis 2 Stunden (es gibt den Haggis in mehreren Größen und es steht immer dabei, für wie viele Personen er gedacht ist) bei etwa 180 Grad in den Backofen. Ihr legt ihn dafür auf ein tiefes Blech oder eine Auflaufform und gießt etwas Wasser an.

Wenn der Haggis fertig ist, wird er aus der Folie genommen und auf einer Platte oder einem Brett präsentiert und am Tisch „geschlachtet“ – nach der „Adress to the Haggis“-Rede.

Haggis einwickeln

Haggis Ofen

Haggis Platte

 

Die Neeps

(für 10 Personen)

2,2 kg Steckrüben
0,1 l Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer aus der Mühle
250 g Butter

Die Steckrüben werden von Stiel und Wurzel befreit, dünn geschält (mit Messer oder Schäler) und dann in walnussgroße Stücke geschnitten. In einem hohen Topf mit etwas Gemüsebrühe bissfest garen (bei geschlossenem Deckel). Kräftig abschmecken mit Salz und etwas Pfeffer. Die Butter zugeben und nun die Rüben vollends weich kochen.
Mit einem Kartoffelstampfer grob zerkleinern, nachschmecken.

Die Tatties

(für 10 Personen)

2 kg Kartoffeln (vorwiegend festkochende oder mehlig kochende)
Salz
250 g Butter
etwa 0,25 l Milch

Kartoffeln waschen und schälen, in walnussgroße Stücke schneiden. In einem hohen Topf mit etwas Wasser und Salz garen. Das Kochwasser abgießen, einen Teil der erwärmten Milch und die Butter zugeben, die Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern; eventuell noch etwas Milch nachgießen, um dem Kartoffelbrei die richtige Konsistenz zu geben. Nachschmecken.

Haggis Neeps Tatties

PS: Ihr meint, da braucht ihr unbedingt eine Sauce dazu? Kein Problem, unsere braune Grundsauce geht immer und lässt sich mit einem Schuss Whisky ganz leicht zur Whiskysauce abwandeln.

Address to a Haggis

Fair and full is your honest, jolly face,
Great chieftain of the sausage race!
Above them all you take your place,
Stomach, tripe, or intestines:
Well are you worthy of a grace
As long as my arm.

The groaning trencher there you fill,
Your buttocks like a distant hill,
Your pin would help to mend a mill
In time of need,
While through your pores the dews distill
Like amber bead.

His knife see rustic Labour wipe,
And cut you up with ready slight,
Trenching your gushing entrails bright,
Like any ditch;
And then, O what a glorious sight,
Warm steaming, rich!

Then spoon for spoon, the stretch and strive:
Devil take the hindmost, on they drive,
Till all their well swollen bellies by-and-by
Are bent like drums;
Then old head of the table, most like to burst,
‚The grace!‘ hums.

Is there that over his French ragout,
Or olio that would sicken a sow,
Or fricassee would make her vomit
With perfect disgust,
Looks down with sneering, scornful view
On such a dinner?

Poor devil! see him over his trash,
As feeble as a withered rush,
His thin legs a good whip-lash,
His fist a nut;
Through bloody flood or field to dash,
O how unfit.

But mark the Rustic, haggis-fed,
The trembling earth resounds his tread,
Clap in his ample fist a blade,
He’ll make it whistle;
And legs, and arms, and heads will cut off
Like the heads of thistles.

You powers, who make mankind your care,
And dish them out their bill of fare,
Old Scotland wants no watery stuff,
That splashes in small wooden dishes;
But if you wish her grateful prayer,
Give her a Haggis!

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Webseite